Projekt „Unvergessen – Opfer rechter Gewalt in Baden-Württemberg“

Endgültig tot ist nur, wer auch vergessen ist. Von 1990 bis 2013 gab es in der Bundesrepublik mindestens 184 Todesopfer rechter Gewalt. 184 Menschen mit einer eigenen Geschichte, deren Leben ausgelöscht wurden. An einige von ihnen wird erinnert, andere scheinen vergessen. Doch Neonazis morden nicht erst seit 1990, auch davor gab es bereits Todesopfer rechter Gewalt.
Todesopfer rechter Gewalt - Karte
Dieser Blog hat sich zum Ziel gesetzt für das Gebiet von Baden-Württemberg alle bekannten Fälle von rechten Morden zu dokumentieren und dabei auch die Opfer zu porträtieren, um ihnen einen Teil ihrer Würde damit zurückzugeben.
Neben den eindeutigen rechten Morden gibt es weiterer Fälle in denen ein rechtes Motiv zwar nicht belegt, aber auch nicht ausgeschlossen werden kann. Deswegen sollen darüber hinaus auch Verdachtsfälle für rechte Morde recherchiert und dargestellt werden. Diese Fälle sollen nach einer Beschreibung auch eine vorläufige Einschätzung erfahren. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass diese Verdachtsfälle neu aufgerollt und untersucht werden.
Spätestens seit der Aufdeckung der NSU-Mordserie ist klar, dass rechte Morde häufig nicht als solche erkannt werden.

In Baden-Württemberg gab es von 1990 bis heute mindestens sieben Todesopfer rechter Gewalt. Vor 1990 finden sich zwei weitere eindeutige Todesopfer rechter Gewalt. Daneben gibt es vor und nach 1990 mehrere Verdachtsfälle, die hier ebenfalls dokumentiert sind.
Auf dem Blog herrscht „work in progress“, d.h.er ist nicht abgeschlossen, sondern an den dokumentierten Fällen sollen Details ergänzt und mögliche weitere Fälle porträtiert werden. Dafür bitten wir um Feedback und Ergänzung an die Emailadresse
braunzonebawue ät hushmail punkt com.

Das Projekt „Unvergessen – Opfer rechter Gewalt in Baden-Württemberg“ hofft durch seine Dokumentation eindeutiger und möglicher Fälle rechts motivierter Morde in Baden-Württemberg sowohl an die Opfer zu erinnern, als auch auf die tödliche Gefahr aufmerksam zu machen, die extrem rechter Ideologie inne wohnt. Denn die Täter/innen kommen nicht von einem anderen Stern, sondern sie haben menschenverachtende Einstellungen verinnerlicht, die in Teilen der Gesellschaft weit verbreitet sind: Rassismus, Homo- und Transphobie, Antiziganismus, Antisemitismus oder Sozialdarwinismus.
Ziel ist es daneben auch ein würdiges Gedenken zu etablieren, in Form von Jahrestagen, Gedenktafeln, Straßen und Platz-Benennungen.

Es besteht natürlich die Hoffnung, dass auch in anderen Regionen und Bundesländern ähnliche Erinnerungs-Projekte entstehen.

„Die Ermordeten nicht noch um das einzige betrogen werden, was unsere Ohnmacht ihnen schenken kann, das Gedächtnis.“
Theodor Adorno

Arbeitskreis „Unvergessen – Opfer rechter Gewalt in Baden-Württemberg“